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Stressessen: Wenn du im Job alles schaffen musst

30. September 2026 · 9 Min.
Kurz gesagt

Der Satz „Ich muss das alles schaffen“ treibt dich tagsüber an und schickt dich abends an die Chips. Du kannst ihn Wort für Wort prüfen: Was ist „das alles“? Und musst wirklich du es machen?

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Wie stark steuert Stress dein Essverhalten – und was kostet dich das im Job und im Leben?Zum Selbsttest
Tagsüber hast du alles im Griff. Job, Termine, Kinder, Haushalt, vielleicht noch die Eltern. Abends liegst du müde auf dem Sofa. Und dann greifst du zur Chipstüte, zur Schokolade oder zu den Gummibärchen. Du hast das Gefühl, dass du das jetzt brauchst.
Darum geht es in dieser Folge der MittagsPAUSE. Im Mittelpunkt steht ein Satz, den viele meiner Klientinnen kennen: „Ich muss das alles schaffen.“

Warum führt „Ich muss das alles schaffen“ zu Stressessen?

In diesem Satz stecken zwei Seiten von dir. Die eine nenne ich die Engagierte. Sie will etwas schaffen, und das ist erst mal gut. Wenn sie sich aber überengagiert, keine Pausen mehr macht und ihre Grenzen immer wieder übergeht, wird sie zur Getriebenen. Die landet immer wieder im Hamsterrad.
Das Essen am Abend ist die Kehrseite davon. Es soll dir noch einen Energieschub geben oder dich für den Tag belohnen. Mehr zu diesem Muster findest du auf meiner Seite Emotionales Essen.

Was ist eigentlich „das alles“?

Viele beschreiben „das alles“ als einen riesigen Berg. Sobald sie oben etwas abtragen, kommt sofort etwas Neues drauf. Der erste Schritt: Schreib einmal genau auf, was alles auf diesem Berg liegt.
  • Sind das einmalige oder wiederkehrende Aufgaben?
  • Woher kommen sie? Vom Chef, von Kollegen, von Kunden?
  • Oder aus dem Privaten: Haushalt, Schule, Partnerschaft, Urlaubsplanung?
So bekommst du einen Überblick. Und aus dem Berg werden einzelne Happen.

Wie spreche ich Stress im Job beim Chef an?

Ich war früher im IT-Projektmanagement. Ich kenne den Druck von innen. Immer mehr machen, länger bleiben, Arbeit mit nach Hause nehmen: Das ist keine Lösung.
Irgendwann bin ich mit genau so einer Übersicht zu meinem Chef gegangen. Ich habe ihm gezeigt: Das liegt schon bei mir, so weit bin ich damit ausgelastet. Wenn noch etwas dazukommt, müssen wir etwas anderes nach hinten schieben oder abgeben. Mein Chef ist darauf eingegangen. Mit Zahlen auf dem Tisch konnte er kaum etwas dagegen sagen.

Musst wirklich du das machen?

Jetzt kommt das „Ich“ im Satz. Zu Hause liegen viele Aufgaben bei dir, weil es schon immer so war. Oder weil es in deiner Familie so üblich war. Ja, die Aufgaben müssen erledigt werden. Aber ob du sie machen musst, ist die eigentliche Frage.
Sprich mit deinem Partner darüber, wie ihr den Haushalt fair aufteilt. Ein Satz wie „Ich habe einen anstrengenden Job, ich brauche zu Hause mehr Ruhe“ zählt nicht. Du hast wahrscheinlich auch einen anstrengenden Job.
Auch Kinder können Schritt für Schritt Verantwortung übernehmen, passend zu ihrem Alter.

Das kannst du heute Abend ausprobieren

Nimm dir einen Zettel und schreib den Satz auf: „Ich muss das alles schaffen.“ Darunter listest du alles auf, was gerade auf deinem Berg liegt. Dann markierst du bei jeder Aufgabe: Muss wirklich ich das machen? Schon eine einzige Aufgabe, die du abgibst, macht den Berg kleiner.
„Wie isst man einen großen Elefanten? In kleinen Happen. Und so macht man das mit einem Berg an Aufgaben auch.“
Andreas Altmannsberger

Häufige Fragen

Warum esse ich abends, obwohl ich tagsüber alles schaffe?

Weil du tagsüber deine eigenen Bedürfnisse hinten anstellst. Abends soll das Essen dir dann schnell etwas zurückgeben: Energie, Trost oder eine Belohnung.

Wie bekomme ich meinen Aufgabenberg in den Griff?

Schreib alle Aufgaben auf und sortiere sie danach, woher sie kommen. Dann prüfst du bei jeder, ob wirklich du sie erledigen musst.

Wie spreche ich zu viel Arbeit beim Chef an?

Zeig ihm eine Übersicht, was schon bei dir liegt und wie ausgelastet du bist. Dann könnt ihr gemeinsam entscheiden, was wegfällt, wenn etwas Neues dazukommt.

Über mich

Ich bin Andreas, systemischer Emotions-Coach für emotionales Essen. Ich habe mal 135 Kilo gewogen. Jahrelang habe ich gegessen, wenn Druck und Stress zu groß wurden. Besser wurde es erst, als ich mich gefragt habe: Warum esse ich? Statt: Was sollte ich essen? Heute lebe ich aktiv und helfe Menschen, ihren Ess-Autopiloten zu stoppen.Kostenloses Kennenlernen
Hinweis: Diese Folge ersetzt keine Therapie. Bei einer Essstörung hol dir bitte ärztliche oder therapeutische Hilfe.